#18: HAMBURG – PARIS – HASELÜNNE

„ZEITSPRUNG AKTIVIERT!“ WWHHHHOOOOOOOOSSSSSSSST!
Wir befinden uns in dem üblichen unbequemen blauen Sprinter. Es ist Nacht. Gelbe Autobahn-Laternen ziehen im gleichmäßigen Rhythmus vorbei.
Wir sind auf dem Weg nach Paris, um dort bei Arte in einem Studio aufzutreten und natürlich um gefilmt zu werden.
Wir befinden uns offensichtlich gerade in Belgien. Es läuft Pink Floyds „Darkside Of The Moon“ im Cassettenradio.
Joe ist noch nie durch eine Maut-Station gefahren und fragt, wie das wohl abläuft. Die erste Seite der Cassette ist soeben zuenede gegangen. Sie wird umgedreht, und wir beginnen zu erklären.: „Das ist eigentlich genau wie an einer Grenze, bloß dass du nicht einen Ausweis vorzeigst, sondern einige Münzen in den dafür vorgesehenen Schlitz wifrst.“
In diesem Moment beginnt das Intro von „Money“: *KATSCHING* *RATSCH* KLÖTER* *RATSCH* *KATSCHING*
Der Jubel über diesen genialen situationsbezogenen Soundtrack kennt keine Grenzen!

Morgens in Paris angekommen, direkt ins Studio. Soundcheck – Aufnahme – im Kasten. Jetzt die Kür. Wir sollen live im Sprinter spielen, WÄHREND DER FAHRT.
Alles hat irgendwann mal ein erstes Mal. Wir spielen 2 Songs. SURFING BIRD gehört seit langem zu den am häufigsten angesehene Videos in unserem Channel. Doch auch eine Live&Unterwegs-Version des Police-Klassikers „ROXANNE“ wurde auf Band festgehalten. Bisher kaum bemerkt, daher hier der Verweis.
Am darauf folgenden Tag ist der 14.Juli, und somit Nationalfeiertag. wir frühstücken auf einer 5x4Meter großen, parkähnlichen Rasenfläche mit Baguette, Camembert und Tomaten, und haben für die hinter uns auffahrenden Panzer und anderen militärischen Fahrzeuge nur ein mildes Lächeln übrig. „Is wie 1.Mai inne Schanze, bloß ruhiger…“
Abends haben wir vor, Straßenmusik vor den voll besetzten Treppen der Pariser Oper zu machen. Es kommt tierisch an. Nur nicht bei einer kleinen Gruppe Super-Arschgeigen, die meinen, es wäre witzig, uns mit Böllern zu bewerfen. Einer geht ungefär 50cm vor Lesleys Gesicht hoch. Wer ihn kennt, weiß, dass er in seinem Tagesjob doch sehr auf die Ohren angewiesen ist.
Daran ist in dieser Sekunde allerdings nicht zu denken. Das Gesicht etwas Ruß-geschwärtzt, wird weitergespielt. Der Jam ist heiß!

Ein großer Tross an Freunden hat uns auf eigene Faust mit Wohnmobil begleitet. Mit an Bord: unser späterer Bassman, Svendrix. Im Convoi geht es am nächsten Morgen zurück.
Allerdings noch nicht nach Hause. Wir spielen heute Abend bei unseren Freunden von den Morbid Minds auf ihrem Festival im Emsland. Lustigerweise sitzt in unserem Sprinter ein komplett betrunkener Russe. „CHALLO, Ichch bien Gregor. Ichch fahren mit Deutschland.“ Ok, wenn er das sagt. Er begleitet uns zum Festival. Dort müssen wir nach einem hervorragendem Konzert und Abend leider mit nicht vorhandenen Schlafplätzen vorlieb nehmen. Das wurde wohl irgendwie vergessen. Ist aber kein Thema, denn wir habenn ja Spaß und uns und Gregor.
Irgendwie geht die Nacht vorrüber. Irgendwie schaffen wir es nach Hamburg. Irgendwo in Hamburg lassen wir Gregor ziehen.
Irgendwie ein geiler Trip!

Danke an die wilde 13 von Paris!