#9: „Lesley WER???“

Nach dem sich Gitarrist Jan Wölfer (a.k.a. Joachim Böse) dazu entschieden hat, das System zukünftig von innen heraus als Lehrer zu beeinflussen, muss diese Lücke natürlich geschlossen werden. Es werden Anzeigen aufgegeben, wildfremde Menschen auf der Straße angesprochen und Freundeskreise durchwühlt. Gitarrist und Geigenstreicher Gunta schlägt seinen alten Buddy Lesley Farfisa vor. „Das ist ja ein bescheuerter Name!“ Orgel-Namensvetter Hammond lässt es sich nicht nehmen, ihn selbst zu kontaktieren. Szenenwechsel. Lesley F. verlässt in den frühen Morgenstunden ein zwielichtiges Lokal des Kiezes und wankt deutlich umnachtet nach Hause. Der blinkende Anrufbeantworter verrät eine Nachricht: „Hi, Lesley! Hier spricht Hammond von Der Fall Böse. Hättest du Bock bei uns mit einzusteigen?“
Am darauf folgenden Montag ist erstes zwangloses Jammen und Beschnuppern angesagt. Es scheint zu fruchten, denn gleich der erste Jam ist ein Treffer. Noch heute ist dieses Lied einigen Leuten bekannt unter dem Namen SOFASONG.
Am 23.12.2000 feiern wir im Lehmitz Böse Weihnachten und auch gleichzeitig Böse Hochzeit mit Lesley Farfisa im Hochzeitskleid. Gunta hat eine 3-stöckige grüne Vanilletorte gebacken, welche natürlich (vor allem bei Lesley) reissenden Absatz findet. Sämtliche Fotos werden hinterher absichtlich gelöscht!
Das Album SACHENMACHER entsteht innerhalb von nur 10 Monaten und wird am 09.10.2002 im Molotow der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist ein heißer Ritt im komplett überfüllten Laden. Die Bühne ist mittlerweile ebenfalls etwas unterdimensioniert, da der Neue mit seinen ganzen Tasteninstrumenten fast ein Drittel der Bühne einnimmt. Selbst ein Klavier wird in den Molo-Keller geschleppt. Auch zwei Saxophonisten nehmen mehr Platz ein als einer. A- und B-Hörnchen Jorge und Joe Haynes nehmen seit Sommer die Position von Dr. Jazz ein, der die Straßen mit LaLeLu unsicher macht.
Erstmals gibt es sogar Bandshirts für die weiblichen Fans, welche wir nicht zu stolz sind höchstpersönlich vorzuführen. Die Löschung dieser Fotos wurde sträflicherweise unterlassen.
Es bleibt die Frage, wie dieser Staubsauger auf das Albumcover kam.
Ganz einfach: Er war da. Er steckte zwischen den Rundballen, auf denen wir posierten. Das fanden wir herrlich beknackt.
In diesem Sinne, euer Fall